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mami's Blog
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Sharing ist älter als die Speisekarte. Eine kurze Geschichte des gemeinsamen Essens.

Der einzelne Teller ist eine relativ neue Erfindung. Wer das wissen möchte, sollte sich ansehen, wie die meisten Menschen auf der Welt seit Jahrtausenden essen: gemeinsam, aus der Mitte des Tisches, jeder nimmt was er möchte. Sharing ist kein Trend. Sharing ist Ursprung.

Tapas, Mezze, Dim Sum. Drei Kulturen, ein Prinzip.

In Spanien heißt es Tapas. Kleine Teller, die reihum wandern, die ein Gespräch begleiten statt es zu unterbrechen. Die Legende sagt, der Begriff kommt vom Abdecken: ein Stück Brot oder Schinken auf dem Glas, um Fliegen fernzuhalten. Ob das stimmt oder nicht, spielt keine Rolle. Was stimmt: Die Spanier haben nie aufgehört, so zu essen. Der Tisch als gemeinsamer Mittelpunkt, das Essen als sozialer Akt.

Im arabischen Raum und in der Levante heißt es Mezze. Hummus, Baba Ghanoush, Falafel, gefüllte Weinblätter: alles kommt gleichzeitig, alles steht für alle da. Mezze ist keine Vorspeise. Mezze ist ein Prinzip. Man sitzt, man teilt, man spricht. Das Essen hört auf, wenn die Unterhaltung aufhört, und der Koch entscheidet dabei wenig.

In China, Japan, Korea und großen Teilen Südostasiens ist der volle Tisch so selbstverständlich, dass es keinen Namen dafür braucht. Reisschüsseln, Gemüsegerichte, Fleisch, Suppe: alles steht gleichzeitig auf dem Tisch, jeder nimmt, was er gerade möchte. Die Idee, dass ein Gericht dem anderen folgt, ist hier fremd. Der Tisch gehört allen.

Dann kam die französische Küche. Und mit ihr der einzelne Teller.

Im 19. Jahrhundert veränderte sich etwas grundlegend. Die klassische französische Küche, geprägt von Marie-Antoine Carême und später systematisiert von Auguste Escoffier, brachte eine neue Ordnung in die Gastronomie. Das Service à la russe ersetzte das ältere Service à la française: statt aller Gerichte auf einmal kamen sie nun nacheinander, jedes für sich, jeder Gast seinen eigenen Teller.

Das hatte Vorteile für die Küche. Gerichte konnten heißer serviert werden. Die Präsentation war kontrollierbarer. Der Koch entschied, was wann erscheint und in welcher Form. Große Köche wie Paul Bocuse, der die Nouvelle Cuisine mitprägte, und später Alain Ducasse verfeinerten diese Idee weiter: das Gericht als Komposition, der Teller als Leinwand, der Gast als Betrachter.

Was dabei teilweise verloren ging: der Gast als Akteur. Sharing gibt Kontrolle ab, an den Tisch, an die anderen, an den Moment. Der einzelne Teller gibt Kontrolle zurück, an die Küche.

Was das mit dem uuuhmami zu tun hat.

Das uuuhmami hat von Anfang an auf Sharing gesetzt, weil es schlicht näher an dem ist, wie Menschen essen wollen, wenn sie sich wohlfühlen. An einem guten Abend mit Freunden oder Familie bestellt man mehr als man braucht, probiert vom Teller des anderen, bestellt nach, was gut war.

Das Sharing-Konzept im uuuhmami ist bewusst offen. Die Speisekarte funktioniert zum Teilen, und wer seinen Teller für sich behalten möchte, ist genauso willkommen. Es geht um eine Einladung.

Drei bis fünf Gerichte für zwei Personen. Mehr, wenn man neugierig ist. Weniger, wenn man fokussiert ist. Der Tisch entscheidet. Das ist, wenn man so will, der älteste gastronomische Gedanke der Welt. Und vielleicht deshalb der beständigste.

Selbst erleben

Mehr vom Tisch. Mehr vom Abend.

Restaurant uuuhmami · Alte Eppelheimer Straße 50 · 69115 Heidelberg